Wirbelsäulen-OPs

Sitzt das Skalpell heute zu locker?

Die Zahl der Operationen an der Wirbelsäule ist in den letzten Jahren drastisch angewachsen - Tendenz weiter steigend. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland sogar im Spitzenfeld.

Allein die Eingriffe für Verblockungen und Versteifungen von Wirbelkörpern sind seit 2007 um 43 Prozent angestiegen. Eine alarmierende Entwicklung, denn eine Operation sollte immer die letzte Option sein. So die Maxime von Prof. Dr. Michael Akbar.

Was sind nun die Gründe für diese Entwicklung? Dieser Anstieg ist nicht einfach auf ein „Mehr“ an Erkrankungen zurückzuführen. Oftmals wird einfach zu schnell operiert - weil vielleicht Patienten zu ungeduldig sind, aber auch weil es in unserem Gesundheitssystem wirtschaftlich lukrativer ist. Dabei belohnt die Statistik eine Philosophie des „Wait & Watch“: In 80 Prozent der Fälle verschwinden die Beschwerden innerhalb von zwei Monaten wieder. Denn unser Körper weiß sich oftmals besser zu helfen, als wir ihm zutrauen. Wir müssen ihm einfach nur Zeit lassen.

Ein weiter Grund für den Anstieg der OP-Zahlen ist die Entwicklung vielfältiger minimal-invasiver Methoden. Doch manche Ärzte wenden diese Techniken an, ohne sie wirklich zu beherrschen. Die hohen Risiken falsch ausgeführter Eingriffe, von Taubheitsgefühl bis hin zu Querschnittslähmung, bleiben oft unberücksichtigt, und nicht selten kommt es zu Revisionseingriffen, um operative Fehler zu korrigieren. So weit wird es nicht kommen, wenn Betroffene sich an erfahrene Experten wenden und ihr Recht auf eine Zweitmeinung wahrnehmen.

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